Reviews
kingluiszillators Bioluiszillenz
Sonntag, 08. Juni 2008 um 19:14 Uhr

frontcoverAls ich mir das Kunstwerk, die „große Bioluiszillenz(wobei groß das zum freien Download stehende Album wirklich gut beschreibt) von King Lui und dem Oszialtor runterlud und mir die Tracklist anschaute, stachen mir neben der stolzen Liederzahl von 35, welche darauf deuten ließ, dass das Album sehr langwierig und vielleicht sogar zu viel des Guten sein könnte, sofort die Titel „unter der Dusche“, „Trauerweiden“, „der letzte Flug“ und „Spaziergang im Regen“ ins Auge. Nachdem ersten Hören ließ allerdings „böse Zunge“ am längsten im Ohr.

 
Prezidents "Kleiner Katechismus"
Samstag, 05. April 2008 um 15:22 Uhr

coverNach "Musik zum aus dem Fenster spring'", "Vom Mann in Reno" und "Verdammt nah am Unaussprechlichen" kommt nun mit "Kleiner Katechismus" das vierte zum kostenlosen Download gestellte Release des 24 jährigen Wuppertaler Rappers Prezident.


Das elf Track starke Release ist „verdammt nah am Unaussprechlichen“. Gespickt mit Filmzitaten aus u.a. Oldboy nimmt Prezident den Hörer mit in seine Welt, die vertont sowohl mit Flowvariationen, als auch mit einem lyrisch eigenen Stil glänzt. Zudem kommt eine unverkennbare Stimme auf technisch hochwertigen, teilweise aber doch eigensinnigen Beats und fertig ist „“.

 
Caput - Caputalismus [Review]
Donnerstag, 07. Februar 2008 um 23:23 Uhr
caput_cSeit seiner letzten offiziellen Veröffentlichung über Optik Records ist einige Zeit vergangen. Caput, seines  Zeichens Rapper und riesen 2Pac Fan, von vielen geliebt jedoch von doppelt so vielen gehasst und als "Biter " abgestempelt. Wenn jedoch Biter, dann doch auf höchstem Niveau. An dieser Stelle könnte man einen Kontroversen vergleich zu SDiddy ziehen, denn SD wird genauso als Eminem Biter bezeichnet, wie es bei Caput mit 2Pac gemacht wird. Ob es eine Rolle spielt, dass man von einem Künstler beeinflusst worden ist oder nicht, sei jedem selbst überlassen. Fakt ist, der Typ rappt so, ganz reell ohne Hilfe. Hör gut hin, wenn Caput den Caputalismus zelebriert. Neues spiel neues Glück, Caput, Caputalismus 2008.

Los geht es direkt mit einem "souligen" Intro featuring Moe Mitchell, der übrigens auf noch 2 Weiteren Titeln auf dem Album vertreten ist. Auf "Gute Zeiten" spricht sich Caput frei von seinen Hatern und fordert auf einem schicken "Wohlfühlbeat" ein das Ihm sein erarbeiteter Erfolg auch gegönnt wird. Super Hook. Ehrlicher Track. Cool! Mit Sizzlac und seinem Labelboss Savas rockt Caput mit "Cyberfolk" auf einem fetten MelBeatz/Amargeddon Beat,  bevor es dann kurz später zum "Iserlohn" Rapresenter oder besser gesagt zum Aufklärungstrack über Iserlohn geht. Nichts gegen Lokalpatriotismus aber der Track ist Total in die Hose gegangen und hat wirklich gar nichts... Macht aber nix, denn 3 Tracks weiter badet  Caput alles wieder mit "Es ist Hart" aus, auf einem selbst produzierten Track der ein bisschen was elektronisches hat, flowt er gekonnt und klärt uns über die Welt auf.

"Was ist nur mit der Welt passiert/ und sag mir wem gefällt es hier/ schau dich um man es ist hart/ eigentlich ist das Geld Papier/ doch ich seh jeder kämpft dafür/ Augen auf denn es ist hart"

Auf "Alles egal" und "Worauf wartest du?" bringt Caput noch Message rüber und möchte den Hörer anspornen sein Leben zu regeln und sich durchzubeißen, 2 gelungene Titel.

Das Fazit des Albums, Caput hat seinen Style verbessert, flowt über jeden Beat gekonnt und bringt auch Themenvielfalt und interessante Texte. Die Beats sind allesamt gut produziert, wobei es Stellenweise doch etwas Eintönig klingt. Außerdem fehlt etwas der Spaß und die Abwechslung auf der Scheibe. Rap- und Beattechnisch kann man Caput aber nichts mehr vormachen, er hat ein gutes Album vorgelegt, dem jeder eine Chance geben sollte. Denn Titel wie "Es ist hart" und "Gute Zeiten" gehen sehr gut ins Ohr und werden auch nach mehrmaligem hören nicht langweilig!

 
Wertung: 7,5 von 10 Punkten!

 
Massiv - Ein Mann ein Wort [Review]
Donnerstag, 31. Januar 2008 um 19:21 Uhr
massiv_emewIn letzter Zeit war Massiv eher weniger durch seine Musik, darum aber umso mehr wegen negativer Schlagzeilen in den Medien vertreten. Momentan ist der Wahlberliner mit palästinensischen Wurzeln die wohl kontroverseste Person im deutschen HipHop und das nicht zuletzt wegen der Schüsse, die vor kurzem auf ihn abgefeuert wurden. Ob ihm dies nun, so hart es klingt, in Sachen Kredibilität geholfen oder aber seiner Karriere geschadet hat wird sich dieser Tage in seinen Verkaufszahlen widerspiegeln, denn sein "großes" Album ist da!
 
"Ein Mann ein Wort" heißt der Longplayer, der 21 Anspielpunkte bietet. Massiv behauptete im Vorfeld der Veröffentlichung, dass von allem etwas dabei sein werde, vor allem aber die Gewichtung nicht allzu sehr auf dem "Streetding" liegen wird. Umso verwunderlicher ist es, dass dies nicht der Fall ist. Jedoch muss man ganz klar sagen, dass Massiv, der nach eigener Aussage der Rapper der den Schall bricht ist, in letzter Zeit seine Hausaufgaben gemacht hat.Musikalisch und Raptechnisch hat er im Vergleich zu seinem Vorgängeralbum "Blut gegen Blut" mehr als nur einen kleinen Fortschritt gemacht. Es klingt alles flüssiger und ausgereifter.
Massiv erzählt hauptsächlich über sein Leben, kriminelle Machenschaften und den täglichen Hustle, den er durchmacht. Aber auch gefühlvolle Titel wie "Es tut mir leid", auf dem Massiv  auf einem "ÜBER-M3&NOYD" Beat von seiner große Liebe rappt, sind zu finden und als überdurchschnittlich gut zu bewerten. Auf Titeln wie "Teldidin" und "2 Redakteure" oder "Wir sind Kanaken" gibt es die üblichen Phrasendreschereien über die eigene Härte, Schlägereien und Ansagen gegen die bösen Hater und das Leben als Kanake auf der Straße. Auf "Mama" gibt es ein Danke an, ...richtig, die Mutter, wobei man einen ungewohnt sensiblen Massiv erleben darf, guter Track. Auf "Ich bin kein Berliner" stellt M.A.S klar, dass er zwar kein  gebürtiger Berliner, jedoch trotzdem ein harter Gangster ist, da es schließlich in ganz Deutschland miese Gegenden gibt und er auch vor Berlin ein harter Hustler war...  Die Highlights jedoch sind die schon bekannten Titel "Ein Mann ein Wort", "Der die Träume bewahrt" und das eben erwähnte "Es tut mir leid".
 
Die musikalische Begleitung auf dem Album, die u.a. von Brisk Fingaz, Shuko, M3&NOYD und natürlich Dj Desue, der als Executive Producer agierte, stammt, ist durchweg gelungen und lässt sich gut anhören. Flow, Style und Technik haben sich sehr gesteigert. Alleine der Textliche Aspekt trübt das Gesamtbild stark, alles wirkt sehr einseitig und auf das was man erwartet abgerichtet. Alles in allem eher ein durchschnittliches Album, dass man sich aber schon gut anhören kann. Jedoch gehe ich Stark davon aus, dass Massiv mehr potential hat als man vielleicht vorher erwartet hätte. Mal sehen was die Zukunft bringt.
 
Wertung: 6,2 von 10 Punkten!

 
SD - 21 GRAMM [Review]
Dienstag, 29. Januar 2008 um 18:20 Uhr
sdiddy_21gIhr habt lang genug gewartet das ein Album erscheint... SD aka. S.Diddy ist mittlerweile 27 Jahre alt, aber erst dieser Tage veröffentlichte der Kölner Doubletimer nach der "The SDiddy LP" sein 1. Album, "21 Gramm" nennt sich das gute Stück welches zeitgleich auch das erste offizielle Release von German Dream darstellt.

Auf 19 Tracks gibt SD technisch sowie Stylemäßig wieder einmal alles und kann mit hammermäßigen Doubletime Abfahrten aber auch mit melodiösen Stücken überzeugen. "2 Crazy", "Palim Palim", "Schuld" oder das durch Capkekz gefeaturte "Kölsch Bloot" sind meiner Meinung nach ein Hörgenuss. Raptechnisch und Textlich ist "Hook" die Überbombe schlechthin bei dem sich das Rapfan-Herz doch mal Airplay anstelle anderer "HipHop Songs" die man sonst so vorgesetzt bekommt erhofft, wobei dies schon aus rein textlichen Gründen eher schwierig werden dürfte...

Meine Säcke sind Granit hart, ich rappe rabiat/ die perfekte Welt hat die Form einer engen Vagina/ meine Lehrerin bläst mir einen im Sekretariat/ auf dem Laminat, wie ein Pavian der an einer Banane nagt.

SD bewegt sich hart an der Grenze zwischen Genie und Wahnsinn, was gefällt und ihn ausmacht. Aber auch ruhige/nachdenkliche Titel wie "Hoffnungslos" können überzeugen und passen hervorragend ins Gesamtbild ohne aufgesetzt zu wirken, was nicht zuletzt durch die hervorragend produzierten Beats unterstützt wird. Totalausfälle oder ähnliches konnte ich auf dem Tonträger nicht ausmachen. SD is comming...

Alles in allem ein überdurchschnittlich gutes Album dem man unbedingt Beachtung schenken sollte.
Wertung: 8,5 von 10 Punkten!

 
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